
OpenClaws Peter Steinberger kritisiert Tencent für das Spiegeln von ClawHub ohne Erlaubnis oder Unterstützung
Peter Steinberger erfuhr von Tencents SkillHub so, wie die meisten Menschen von Nachahmern erfahren — von einem Fremden auf X. Nicht durch einen Partnerschaftsvorschlag. Nicht durch eine Lizenzierungs-E-Mail. Durch einen Tweet.
Am 12. März fragte X-Nutzer SnowShadow (@Alfredxia) Steinberger direkt: „Weißt du, dass Tencent einen SkillHub erstellt hat, der alle Skills von ClawHub gescrapt und in seine eigene Plattform importiert hat?"
Steinbergers Antwort war unverblümt:
„Irgendwie schon... Ich habe mal eine E-Mail von Leuten bekommen, die sich beschwert haben, dass meine Rate-Limits sie daran hindern, schnell genug zu scrapen. Sie kopieren, und trotzdem unterstützen sie das Projekt in keiner Weise. 😞"
Dieser einzelne Austausch — 1.175 Likes, 87k+ Aufrufe — entfachte eine der größten Debatten, die das OpenClaw-Ökosystem je erlebt hat: Wenn ein Billionen-Dollar-Konzern den gesamten Skill-Marktplatz eines Open-Source-Projekts ohne Erlaubnis, Finanzierung oder auch nur eine Vorwarnung spiegelt — wer baut dann wirklich das Ökosystem auf, und wer schöpft es aus?
Was Tencent tatsächlich getan hat
Tencent startete SkillHub, eine Plattform, die alle 5.000+ Skills von ClawHub — dem MIT-lizenzierten Skill-Verzeichnis für OpenClaw — importierte und sie als „lokalisierten Mirror" für chinesische Nutzer neu verpackte.
Die Zahlen, die Tencent in ihrer öffentlichen Stellungnahme teilte:
📊 Erste Woche: 180 GB Traffic an Nutzer ausgeliefert (870.000 Downloads)
📊 Von ClawHub abgerufene Daten: nur 1 GB
📊 Methode: „nicht-gleichzeitige Anfragen" von der offiziellen Quelle
Auf dem Papier sieht das effizient aus. In der Praxis erzählt Steinberger eine andere Geschichte: Die Serverkosten von ClawHub näherten sich fünfstelligen Beträgen, teilweise angetrieben durch automatisiertes Scraping großer Organisationen — und Tencent hat nie einen Cent beigesteuert.
Peters öffentliche Kritik
Als Tencent AIs offizieller X-Account (@TencentAI_News) mit einer diplomatischen Stellungnahme antwortete — „Wir kommunizieren transparent, dass wir als lokaler Mirror fungieren, und haben immer ClawHub als Quelle angegeben" — ließ Steinberger das nicht gelten:
„Transparent bedeutet meiner Ansicht nach, mit uns an einem Projekt zusammenzuarbeiten, nicht einen Mirror zu starten, ohne auch nur eine E-Mail zu schicken. Ich habe von SkillHub hier auf X erfahren. Wenn Tencent OpenClaw tatsächlich unterstützen möchte, sind wir offen für Spenden und Hilfe bei der Wartung."
Die Community-Reaktion war überwältigend auf Peters Seite:
🗣️ @hkdom (65♥): „Könnt ihr mal ein echtes Sponsoring machen, statt das nur zu sagen?"
🗣️ @miantiao (19♥): „腾讯云直接赞助服务器就完事了" (Tencent Cloud sollte einfach die Server sponsern)
🗣️ @kylooong (7♥): „愿意撒以亿为基本单位的红包去拉DAU也不肯赞助一下人家5位数的服务器支出" (Bereit, Hunderte Millionen für Hongbao zur DAU-Steigerung auszugeben, aber nicht bereit, fünfstellige Serverkosten zu sponsern)
🗣️ @CuriousCat1sj (14♥): „简中区抄袭剽窃习惯了,切到英文区没刹住车" (An das Kopieren im chinesischen Internet gewöhnt, vergessen zu bremsen im englischsprachigen Bereich)
Ein Nutzer (@DnD_Priest) stellte sogar Tencents Behauptung von „1 GB abgerufenen Daten" in Frage: „Ist Datenvolumen dasselbe wie Bandbreite? Wenn ihr 1 GB an Daten heruntergeladen habt, wie viel Bandbreite hat das verbraucht? Tencent Cloud bietet Cloud-Dienste an — wir glauben nicht, dass ihr nicht zwischen Bandbreite und Datenvolumen unterscheiden könnt."
Das MIT-Lizenz-Paradoxon
Hier ist die unbequeme Wahrheit: Tencent hat gegen keine Regeln verstoßen. Die Skills von ClawHub sind MIT-lizenziert. Jeder kann sie kopieren, weiterverbreiten, kommerzialisieren und sogar abgeleitete Werke unter geschlossener Lizenz veröffentlichen. Tencent ist rechtlich auf der sicheren Seite.
Aber Legalität und Vertrauen in der Community sind zwei verschiedene Dinge.
Die MIT-Lizenz wurde für eine Welt entworfen, in der Open Source Zusammenarbeit bedeutete. Wenn ein Unternehmen mit einem Wert von über $400 billion die gesamte Plattform eines einzelnen Maintainers spiegelt, finanziell nichts beiträgt und sich dann über Scraping-Rate-Limits beschwert — dann nimmt der Geist von Open Source Schaden, selbst wenn der Buchstabe der Lizenz gewahrt bleibt.
Diese Spannung ist nicht einzigartig für OpenClaw. Es ist dasselbe Muster, das Redis, Elasticsearch und MongoDB dazu brachte, permissive Lizenzen zugunsten von Source-Available-Modellen aufzugeben. Die Frage für OpenClaw: Treibt dieser Vorfall das Projekt in Richtung Lizenzänderungen, oder findet die Community einen anderen Weg, sich selbst zu tragen?
Was das für das OpenClaw-Ökosystem bedeutet
Für Skill-Entwickler: Eure Arbeit auf ClawHub ist jetzt gleichzeitig auf Tencents SkillHub verfügbar — ohne eure ausdrückliche Zustimmung. Wenn ihr einen Skill veröffentlicht habt und erwartet habt, dass er auf ClawHub lebt, lebt er jetzt auch auf einer Tencent-gebrandeten Plattform, zu der ihr keinerlei Beziehung habt.
Für chinesische Nutzer: SkillHub löst ein echtes Problem. Der Zugriff auf ClawHub aus China kann langsam sein, und ein lokales CDN verbessert das Erlebnis tatsächlich. Die Frage ist, ob Tencent diese Beziehung hätte aufbauen sollen, bevor sie die Plattform gebaut haben.
Für die Nachhaltigkeit des Projekts: OpenClaw hat 300.000+ GitHub-Stars, Dutzende Unternehmensnutzer und einen überforderten Schöpfer, dessen Serverkosten in die Höhe schießen. Wenn Tencent — oder jedes andere große Unternehmen — den vollen Wert aus dem Ökosystem ziehen kann, ohne etwas beizutragen, ist die langfristige Gesundheit des Projekts gefährdet.
Das große Ganze: Wer bezahlt für Open Source?
Peter Steinberger baut eines der wichtigsten Open-Source-Projekte im KI-Bereich — ein Agent-Framework, das die Art und Weise verändert, wie Menschen mit Sprachmodellen interagieren. Er tut dies, während er persönlich Infrastrukturkosten absorbiert, die sich Enterprise-Niveau nähern.
Der Tencent-Vorfall ist ein Symptom eines systemischen Problems: Open-Source-Maintainer schaffen enormen Wert, Konzerne schöpfen diesen Wert ab, und die finanzielle Last bleibt beim Schöpfer.
MyClaw.ai — der #1 OpenClaw-Host — steht für ein Modell, das tatsächlich funktioniert: Nutzer zahlen für 24/7-Cloud-Hosting, Ein-Klick-Setup, Versionswartung und vergünstigte Frontier-Modelle (10 % Rabatt auf Claude Opus 4.6, GPT-5.4 usw.). Das Ökosystem wird durch echte Einnahmen von Menschen getragen, die den besten Weg nutzen, OpenClaw zu betreiben — nicht durch die Abhängigkeit vom Wohlwollen billionenschwerer Konzerne.
Es ist nicht das einzige Modell, aber es ist ein nachhaltiges. Und es beinhaltet nicht, jemandes Server zu scrapen und sich dabei über Rate-Limits zu beschweren.
Was als Nächstes passiert
Steinberger ließ die Tür offen: „Wenn Tencent OpenClaw tatsächlich unterstützen möchte, sind wir offen für Spenden und Hilfe bei der Wartung." Der Ball liegt bei Tencent.
Ob sie mit echtem Sponsoring aufwarten — Server, Ingenieur-Ressourcen, finanzielle Beiträge — oder den „lokalisierter Mirror"-Ansatz mit nichts als PR-Antworten fortsetzen, wird uns alles darüber verraten, wie ernst chinesische Tech-Giganten Open-Source-Nachhaltigkeit nehmen.
Die Community hat sich klar geäußert. Die Frage ist, ob Tencent zuhört oder nur postet.
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